WISSENSKULTUR

Der Megatrend Wissenskultur wirkt ungebrochen. Insbesondere das Zusammenspiel mit dem Megatrend Konnektivität verändert unser Wissen über die Welt und die Art und Weise, wie wir mit Informationen umgehen. In dezentralen Strukturen werden enorme Mengen an Wissen generiert, es entstehen neue Formen der Innovation und des gemeinsamen Forschens. Wissen verliert seinen elitären Charakter und wird zunehmend zum Gemeingut, der globale Bildungsstand ist heute so hoch wie nie. Komplexere, unvorhersehbare Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt und neue, kollaborative Formen der Wissensaneignung verlagern zudem den Fokus: hin zum lebenslangen Lernen, zur Vermittlung von Methoden – und zu den Soft Skills.

AUGMENTED LEARNING


Augmented Learning bedeutet Lernen in komplett oder teilweise virtuellen Lernumgebungen. Virtual Reality (VR) oder Augmented Reality (AR) werden genutzt, um die Vermittlung von Wissen anschaulicher und lebendiger zu gestalten, um die natürliche Umgebung um zusätzliche Lerninhalte zu erweitern oder zum Zwecke der Übung zukünftige Situationen zu simulieren.

BILDUNGSBUSINESS


In der Wissensgesellschaft wird Bildung eines der wichtigsten Güter. Das erkennen immer mehr kommerzielle Bildungsanbieter und profitieren von einer steigenden Nachfrage. Eltern setzen auch außerhalb öffentlicher Schulbildung auf den Wissensvorsprung ihrer Kinder oder professionelle private Nachhilfe. Ebenso wird vermehrt in Leistungen von Hochschulen, Weiterbildungsangebote, Coaching und den Bereich der Online-Bildung investiert.

CO-WORKING


Die steigende Mobilität insbesondere von Beschäftigten in der Kreativwirtschaft lässt neue Kristallisationspunkte zum gemeinsamen Arbeiten und Teilen von Wissen entstehen. Co-Working Spaces sind Gemeinschaftsbüros, in denen zum Beispiel Selbstständige oder Projektteams temporäre Arbeitsplätze mieten können. Häufig sind diese Räume mehr als Büros – sie sind Orte der Begegnung, des Austausches und nicht selten der Geselligkeit.

CROWDSOURCING


Crowdsourcing setzt auf die Weisheit der Vielen und bezeichnet die Auslagerung traditionell interner Unternehmensaufgaben an eine Gruppe freiwilliger User oder eine bestimmte Online-Community. Ziel ist meist, neue Service- oder Produktideen zu generieren, konkrete Probleme zu lösen, eine Entscheidungsfindung voranzutreiben oder sich inspirieren zu lassen.

DIGITAL CREATIVES


Die Digital Creatives, ein vom Zukunftsinstitut benannter Lebensstil, sind in der real-digitalen Welt zu Hause. Immer und überall online zu sein ist für sie selbstverständlich. Für die zumeist 14- bis 35-Jährigen sind digitale Technologien der wichtigste Zugang zu ihrer Umwelt. Diese Early Adopter experimentieren mit neuen Technologien – und nutzen die Möglichkeiten des Digitalen, um ihre Kreativität auszuleben.

DIGITAL LITERACY


Digital Literacy bezeichnet einen souveränen und selbstbewussten Umgang mit den Herausforderungen der Digitalität. Die Fähigkeiten, die dafür die Basis bilden, sind kognitiver, sozialer und auch kultureller Natur: die Verarbeitung des digitalen „Information Overflow“, die Stärkung des menschlichen Miteinanders in digitalisierten Kontexten und die generelle Bereitschaft, sich für die neuen Anforderungen digital vernetzter Kommunikation zu öffnen.

EDUTAINMENT


Die Bedeutung von lebenslangem Lernen und dass es Spaß machen kann, zu lernen, zeigt sich an der großen Popularität von Edutainment-Formaten. Die Kombination aus Lernen (Education) und Unterhaltung (Entertainment) umfasst eine Vielzahl von Angeboten im Kultur- und Freizeitbereich. Edutainment reicht von Wissenschaftssendungen und interaktiven Ausstellungen bis zu Themenparks und Events wie Science Slams.

HEALTH LITERACY


Gesundheit ist zu einer eigenverantwortlichen Aufgabe geworden. Immer mehr Menschen erweitern ihre Gesundheitskompetenz – ihre Health Literacy. Sie informieren sich aus unterschiedlichen Quellen zu Gesundheitsthemen und bilden sich eine eigene Meinung. Mit dieser treten sie Ärzten selbstbewusst auf Augenhöhe gegenüber.

KOLLABORATION


Unter Kollaboration versteht man die oft technisch vermittelte Zusammenarbeit in Teams. Zielsetzung ist oft die Generierung neuer Ideen oder Problemlösungen, häufig ist die Zusammenarbeit intensiv, kreativ und zeitlich begrenzt. Durch Austausch entstehen Synnovationen, neue Verbindungen oder Sichtweisen. Die digitale Kommunikation ist dabei ein starker Treiber.

LEARNING ANALYTICS


Als Learning Analytics wird das Messen, Sammeln, Analysieren und Auswerten von Daten über Lernende und ihren Kontext bezeichnet. Ziel ist es, das Lernen und die Lernumgebung zu verstehen und zu optimieren. Der Zugriff auf die Daten wird möglich, da Lernangebote und -prozesse zunehmend von digitalen, virtuellen Systemen unterstützt werden. Spezielle Software macht es möglich, individuelle Lernverläufe genau zu erfassen und auszuwerten.

LIFELONG LEARNING


Arbeitsumfelder, Jobprofile, Qualifikationsanforderungen – all das wandelt sich stetig. Der einmal absolvierte Abschluss reicht meist nicht mehr ein Leben lang aus. Beschäftigte müssen sich fortlaufend weiterbilden, zusätzliche Qualifikationen oder gar völlig neue Skills erwerben. Lifelong Learning ist allerdings nicht nur eine berufliche Notwendigkeit, sondern auch der Wunsch vieler Menschen, sich vielfältig weiterzuentwickeln.

OPEN INNOVATION


Die Entwicklung neuer Produkte mit dem oder sogar durch den Kunden, Partner, Zulieferer oder die Crowd wird als Open Innovation bezeichnet. Die Bandbreite reicht von Online-Plattformen, auf denen Produktverbesserungen und -entwicklungen diskutiert werden, bis hin zu Workshops mit den treuesten Kunden. Ziel von Open Innovation ist es, die Innovationsqualität und -bandbreite zu steigern und Kunden zu binden.

OPEN KNOWLEDGE


In der Informationsgesellschaft und der Wissensökonomie wird zunehmend das Ziel verfolgt, den Prozess der Wissensproduktion sowie den Zugang zu Informationsquellen und -ressourcen zu öffnen. Forschungsergebnisse, Daten, Software, technologische Entwicklungen und vieles mehr werden vielfach frei verfügbar, so dass jeder an ihnen partizipieren, sie nutzen und daran weiterarbeiten kann.

PLAYFULLNESS


Unsere hypervernetzte Welt mit ihrem hohen Komplexitätslevel und den ständigen Überraschungen erfordert Playfulness – ein spielerisches Denken und Handeln. Ergebnisoffenes, exploratives Ausprobieren, Trial-and-Error und das Begreifen von Scheitern als Feedback machen den spielerischen Ansatz aus, durch den wir als Kinder komplexe Dinge lernen. Diese Playfulness gilt es in allen Bereichen des Erwachsenenlebens zu reaktivieren.

TALENTISMUS


Der „War for Talents“, der Konkurrenzkampf um Fachkräfte, verschärft sich weltweit. In der Wissensgesellschaft sind kluge, kreative Köpfe zunehmend gefragt. Dabei geht es jedoch nicht mehr nur um standardisierte Qualifikationen und miteinander vergleichbare Abschlüsse. Stattdessen sind vielfältige Talente gefragt. Sie werden zu einer wichtigen ökonomischen und sozialen Währung für Unternehmen, aber auch für jeden Einzelnen. Der globale Wettbewerb fordert eine ständige Weiterentwicklung des Personalmanagements und Employer Brandings, aber auch der individuellen Beschäftigungsfähigkeit.